Finanzierungsansätze und Finanzierungsfragen

Kostenfreier Nahverkehr (auch: Nulltarif) ermöglicht eine bedingungslose, – je nach Modell – Fahrscheinlose und generell kostenlose Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel im kommunalen Bereich.

Realisierbar ist dies, da Ticketerlöse nur einen Teil der tatsächlichen Kosten widerspiegeln, sowie unter der Bereitschaft, gesamtgesellschaftliche Nutzeneffekte höher zu gewichten. Die entstehende Finanzierungslücke kann über das allgemeine Steuer- und Abgabenaufkommen oder über eine Nahverkehrsabgabe – nach dem Modell der Umlegung von Kosten auf beispielsweise Parkgebühren oder Unternehmen – kompensiert werden. Auch der Autoverkehr arbeitet nicht kostendeckend und muss Experten aus allgemeinen Mitteln mit jährlich rund 150 Euro pro Person subventioniert werden.

In vielen Städten finden sich auch partielle Realisierungen eines kostenfreien Nahverkehrs, d. h. dieser gilt nur für bestimmte Verkehrsarten, Linien, Betriebszeiten oder Personengruppen.

Was für den PKW Verkehr getan wird, kann in Zeiten des Klimawandel, der wachsenden Segregation und finanzieller Spaltung, auch für den ÖPNV getan werden.

Finanzierungsansätze:

Fahrpreisbehafteter öffentlicher Personennahverkehr arbeitet normalerweise nicht kostendeckend und muss zum überwiegenden Teil quersubventioniert werden. In kleinen, wenig frequentierten Städten, beispielsweise in Lübben und dem weitflächigen Templin, kann der Zuschussanteil bei über 80 % liegen, in Metropolen wie Berlin bei rund 50 %. Insgesamt lag 2008 die Subventionsquote bei 63 %, während 37 % der Gesamtsumme nutzerfinanziert waren (Ticketerlöse) – dies entspricht 9 der 25 Milliarden Euro Gesamtkosten.

Der kostenfreie Nahverkehr erfolgt in der Theorie zu 100 % Umlagefinanziert. Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zufolge würde eine bundesweite Umsetzung in Deutschland mindestens 12 Milliarden Euro erfordern.

Bei gesamtheitlicher Betrachtung ergeben sich finanzielle Nutzeneffekte, die nicht immer direkt quantifizierbar sind, wie Standortqualität, Attraktivitäts- und Imagegewinn. Eine verbesserte ÖPNV-Anbindung etwa führt zur Wertsteigerung der Grundstücke. Dagegen summiert sich allein in Berlin der volkswirtschaftliche Schaden durch Verkehrsunfälle auf jährlich 1,1 Milliarden Euro.

Schweriner Lösung:

Ob und welches Finanzierungskonzept – wie oben (Quelle: Wikipedia) beschrieben auch für Schwerin angewendet wird, muss geprüft werden.

Wie ein kostenfreier, umlagefinanzierter, fahrscheinfreier Nahverkehr in Schwerin umsetzbar ist – dies zu berechnen, abzuwägen kreativ anzugehen – wird Aufgabe von Freifahrt.Jetzt sein.

Deswegen bemühen und streben wir eine offene konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Nahverkehr an und werden mit verschieden Akteuren der Stadt eine Finanzierungslösung finden. Dazu laden wir regelmäßig zu Planungstreffen ein.

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